Die richtige Schlafposition: Welche Schlafhaltung kann bei bestimmten Beschwerden problematisch sein?
Wir verbringen im Durchschnitt viele Stunden im Bett. Dabei denkt man meistens nicht darüber nach, in welcher Position man eigentlich schläft. Manche Menschen schlafen am liebsten auf dem Rücken, andere auf der Seite – und wieder andere fühlen sich nur in Bauchlage wirklich wohl.
Doch nicht jede Schlafposition ist für jeden Menschen gleichermaßen geeignet.
Vor allem bei Beschwerden wie Nacken- oder Rückenschmerzen, Glaukom, Schnarchen und Schlafapnoe, Schulterproblemen oder Sodbrennen kann die Schlafposition eine Rolle spielen.
Welche Schlafposition sollte man bei welchen Beschwerden eher vermeiden? Und welche Haltung kann möglicherweise angenehmer sein?
1. Bauchschläfer aufgepasst: Die Bauchlage kann Nacken und Rücken belasten
Für manche Menschen fühlt sich die Bauchlage beim Einschlafen besonders bequem an. Allerdings muss der Kopf dabei meistens zur Seite gedreht werden, damit man problemlos atmen kann.
Dadurch befindet sich die Halswirbelsäule über längere Zeit in einer gedrehten Position. Bei empfindlichen Personen kann das zu Verspannungen im Nacken und Schulterbereich führen.
Auch der Rücken kann je nach Körperhaltung und Matratze ungünstig belastet werden.
Wer morgens regelmäßig mit einem steifen Nacken, Schulterverspannungen oder Rückenschmerzen aufwacht, sollte deshalb einmal überprüfen, ob die Bauchlage möglicherweise eine Rolle spielt.
Besonders Menschen mit bestehenden Beschwerden an der Hals- oder Lendenwirbelsäule sollten eine Schlafposition wählen, in der die Wirbelsäule möglichst natürlich ausgerichtet bleibt.

Ist die Bauchlage bei Bandscheibenproblemen geeignet?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn Beschwerden und individuelle Anatomie unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.
Allerdings kann die Bauchlage bei manchen Menschen bestehende Beschwerden verstärken. Wenn Nacken- oder Rückenschmerzen regelmäßig nach dem Schlafen auftreten, lohnt es sich, die Schlafposition und auch das Kissen sowie die Matratze überprüfen zu lassen.
2. Bei Glaukom sollte man auf die Bauchlage verzichten
Auch für Menschen mit Glaukom (Grüner Star) kann die Schlafposition relevant sein.
Beim Glaukom spielt der Augeninnendruck eine wichtige Rolle. Untersuchungen haben gezeigt, dass bestimmte Körperpositionen den Augeninnendruck beeinflussen können. Besonders eine Bauchlage mit seitlich gedrehtem Kopf kann dabei ungünstig sein.
Wer bereits an einem Glaukom leidet oder einen erhöhten Augeninnendruck hat, sollte deshalb die eigene Schlafposition mit dem behandelnden Augenarzt besprechen.
Wichtig ist: Die Schlafposition ersetzt selbstverständlich keine medizinische Behandlung. Bei einem Glaukom sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen besonders wichtig.
3. Schnarchen und Schlafapnoe: Ist Rückenlage wirklich ideal?
Die Rückenlage gilt allgemein als eine sehr neutrale Schlafposition. Die Wirbelsäule kann dabei relativ gerade liegen und viele Menschen empfinden diese Position als angenehm.
Für Menschen mit starkem Schnarchen oder obstruktiver Schlafapnoe kann die Rückenlage jedoch problematisch sein.
Warum?
Wenn wir auf dem Rücken liegen, können Zunge und weiches Gewebe im Rachen durch die Schwerkraft nach hinten sinken. Dadurch kann sich der obere Atemweg verengen.
Das kann Schnarchen verstärken und bei Menschen mit Schlafapnoe Atemaussetzer begünstigen.

Seitenschlafen kann die Atmung verbessern
Bei vielen Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe ist die Seitenlage günstiger als die Rückenlage. In dieser Position kann der Rachenraum besser offen bleiben.
Wer also regelmäßig stark schnarcht oder bei dem der Partner beobachtet, dass die Atmung während des Schlafens immer wieder aussetzt, sollte das ernst nehmen.
Typische Anzeichen einer Schlafapnoe können sein:
- lautes, unregelmäßiges Schnarchen
- beobachtete Atemaussetzer
- plötzliches Aufwachen mit Luftnot
- trockener Mund am Morgen
- morgendliche Kopfschmerzen
- starke Müdigkeit und Konzentrationsprobleme am Tag
Bei solchen Beschwerden sollte man nicht ausschließlich die Schlafposition verändern, sondern ärztlich abklären lassen, ob eine Schlafapnoe vorliegt.
4. Schulterprobleme: Die Seitenlage kann Schmerzen verstärken
Die Seitenlage kann bei Schnarchen und Schlafapnoe hilfreich sein. Für Menschen mit Schulterproblemen ist sie jedoch nicht immer angenehm.
Wer auf der Seite schläft, belastet die darunterliegende Schulter mit einem Teil des Körpergewichts.
Bei bestehenden Schulterbeschwerden, einer Reizung der Rotatorenmanschette oder einem Schulter-Impingement kann dies Schmerzen verstärken.
Besonders unangenehm kann es sein, wenn man die ganze Nacht auf der schmerzenden Schulter liegt.

Was kann helfen?
Wenn die Seitenlage grundsätzlich angenehm ist, kann es sinnvoll sein, die schmerzende Schulter nicht nach unten zu legen.
Zusätzlich kann ein Kissen zwischen den Armen oder vor dem Oberkörper helfen, den Arm und die Schulter besser zu unterstützen.
Welche Position tatsächlich geeignet ist, hängt allerdings von der jeweiligen Schultererkrankung ab.
5. Sodbrennen und Reflux: Links oder rechts schlafen?
Bei Menschen mit Sodbrennen oder gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD) kann die Schlafposition besonders interessant sein.
Hier gibt es einen bemerkenswerten Unterschied zwischen der linken und rechten Seitenlage.
Die linke Seite kann bei Reflux günstiger sein
Der Magen liegt größtenteils auf der linken Seite des Oberbauchs. Wenn man auf der linken Seite liegt, kann die anatomische Lage des Magens dazu beitragen, dass Magensäure weniger leicht in die Speiseröhre zurückfließt.
Studien deuten darauf hin, dass die linke Seitenlage bei nächtlichem Reflux günstiger sein kann als die rechte Seitenlage.
Wer nachts häufig unter Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder einem unangenehmen Brennen hinter dem Brustbein leidet, kann daher ausprobieren, auf der linken Seite zu schlafen.
Die rechte Seitenlage kann bei manchen Menschen dagegen Refluxbeschwerden verstärken.
6. Nicht nur die Schlafposition ist entscheidend
Auch wenn die Schlafposition eine Rolle spielen kann, sollte man nicht vergessen, dass die Schlafqualität von vielen weiteren Faktoren abhängt.
Dazu gehören beispielsweise:
- die richtige Höhe des Kopfkissens
- eine passende Matratze
- die Schlafdauer
- regelmäßige Schlafenszeiten
- Alkohol und schwere Mahlzeiten am Abend
- Stress und psychische Belastung
- körperliche Aktivität
- bestehende Erkrankungen
Ein unbequemes Kissen kann beispielsweise selbst dann Nackenprobleme verursachen, wenn die eigentliche Schlafposition grundsätzlich geeignet ist.
Welche Schlafposition ist nun die beste?
Die kurze Antwort lautet: Es gibt nicht die eine perfekte Schlafposition für alle Menschen.
Für einen gesunden Menschen kann sowohl die Rückenlage als auch die Seitenlage angenehm und geeignet sein.
Entscheidend ist, dass der Körper möglichst entspannt liegt, die Wirbelsäule nicht unnötig verdreht wird und die Atmung nicht beeinträchtigt wird.
Bei bestimmten Beschwerden kann jedoch eine andere Schlafposition sinnvoll sein:
| Beschwerden | Schlafposition, auf die man achten sollte |
|---|---|
| Nacken- und Rückenschmerzen | Bauchlage möglichst vermeiden |
| Glaukom | Bauchlage vermeiden bzw. ärztlich besprechen |
| Starkes Schnarchen | Seitenlage kann günstiger sein |
| Schlafapnoe | Seitenlage kann die Atmung unterstützen |
| Schulterprobleme | Druck auf die schmerzhafte Schulter vermeiden |
| Sodbrennen/Reflux | Linke Seitenlage kann günstiger sein |
Fazit: Die beste Schlafposition hängt von Ihrem Körper ab
Die Schlafposition ist ein oft unterschätzter Teil unserer Schlafgewohnheiten.
Wer gesund ist und problemlos schläft, muss seine bevorzugte Position nicht zwangsläufig verändern. Treten jedoch regelmäßig Nacken- oder Rückenschmerzen, starkes Schnarchen, Atemaussetzer, Schulterbeschwerden oder nächtliches Sodbrennen auf, kann es sinnvoll sein, die eigene Schlafposition genauer unter die Lupe zu nehmen.
Besonders bei Glaukom, Schlafapnoe oder anhaltenden Schmerzen sollte man sich nicht allein auf Änderungen der Schlafposition verlassen. Eine medizinische Abklärung ist hier wichtiger.
Denn guter Schlaf bedeutet nicht nur, möglichst lange zu schlafen.
Auch die Art und Weise, wie wir schlafen, kann einen Unterschied machen.